33. Woche: Gott als Person? - Bilder nicht mit Gott verwechseln - Hinführung zur Meditation

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33. Woche: Gott als Person? - Bilder nicht mit Gott verwechseln

Von Woche zu Woche


Manche wird die Anregung, mit dem Wort „Du" zu meditieren, stören, weil sie sich Gott nicht als Person vorstellen können.
Andere werden sich manchmal daran gestoßen haben, wenn in einzelnen Betrachtungen vom „Göttlichen" oder von der „Gottheit" die Rede war. Sie vermissen in solchen Bezeichnungen gerade das Persönliche.
Das „Lied Du"
* umfaßt beides: Da ist einmal etwas ganz Persönliches, so persönlich wie wir es nur empfinden, wenn wir zum ersten Mal zu einem Menschen „Du" sagen dürfen. Aber dann ist da auch das Überpersönliche, etwas, das das ganze Sein und den ganzen Kosmos durchdringt und umfaßt.
Warum können Christen es nicht lassen, immer wieder so von Gott zu sprechen, als sei er eine Person? Warum sagen Christen zu Gott „Du", so wie sie zu Vater, Mutter oder zu einem Freund „Du" sagen würden?
Ich glaube, der tiefste Grund liegt darin, daß Gott – trotz allem, was wir an ihm nicht verstehen können – liebevoll ist, daß sein tiefstes Wesen die Liebe ist. Liebe aber ist immer etwas Persönliches. Und Liebe bedeutet Beziehung; Liebe bedeutet mit einander sprechen und auf einander hören. Darum vertrauen wir, daß Gott Person ist – und wissen zugleich, daß er nicht so Person  ist wie wir uns eine Person vorstellen. Auch wenn wir von Gott wie von einer Person sprechen, so ist das nur wie der Finger, der auf den Mond zeigt.
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Und darum ist es ebenso richtig und erlaubt von der „Gottheit" oder vom „Göttlichen" zu sprechen. Denn dadurch deuten wir an, daß „Gott" anders und größer ist als alle unsere Bilder und Vorstellungen von ihm. Nicht umsonst sagt die Bibel, daß wir uns von Gott kein Bild machen sollen
***, denn wir neigen dazu, unsere Bilder und Vorstellungen von Gott mit Gott selbst zu verwechseln.
Vielleicht kommen wir auch eines Tages dahin – und sei es nur für bestimmte Zeiten – daß Gott uns so groß und unfaßbar oder so fremd wird, daß es uns die Sprache verschlägt und wir nur noch schweigen können, daß wir nur schweigend anbeten können.
Darum dichtet Tersteegen: „Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige. . ."
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Betrachtung:

Warum können Christen es nicht lassen, immer wieder so von Gott zu sprechen, als sei er eine Person? Ich glaube, der tiefste Grund liegt darin, daß Gott – trotz allem, was wir an ihm nicht verstehen können – liebevoll ist, daß sein tiefstes Wesen die Liebe ist. Liebe aber ist immer etwas Persönliches.

Gebet:

Mein Gott,
wie soll ich Dich nennen?
Vater oder Mutter?
Herr oder König?
Oder:
Mein Ein und Alles?
Du Unaussprechlicher?
Du Ewiger?
Oder
bist Du einfach das Sein?
Die Gottheit?
Das Göttliche?
Wie viele Namen könnte ich Dir geben?
Und welcher Name könnte Dich fassen?
Du,
Unaussprechlicher und Unbegreiflicher.
Du,
die Liebe,
Du, der uns liebt. Amen.

Im Schweigen:

Du, der uns liebt.
Oder: Jehoschua.
Oder: Maranatha.


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*) Vgl. 32. Woche.
**) Vgl. die Betrachtung zur 19. Woche.
***) 2.Mose 20,4.
****) Evangelisches Gesangbuch Nr. 165,1.



 
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